Ich denke an dich, den ganzen Abend, die ganze Nacht, den ganzen Morgen, den gesamten Mittag, bei jedem Rascheln der Vorhänge. Habe nachgedacht, naja, eigentlich habe ich abgekupfert. Es ist schon erstaunlich wie sehr man manchmal einen Schlag mit der Schaufel benötigt um zu sehen - und direkt danach die Augen schmerzverzerrt zuzupressen.
Ich möchte dich, ja, immernoch. naja, wie sollte sich in der kurzen Zeit auch etwas an einem fundamentalen Punkt wie diesem verändern? "Jedes Paar hat Probleme", das stimmt, aber weißt du was lustig war? Wir hatten kaum welche.
Was soll ich machen? So eine verschissene Situation! Wie oft hab ich dir nun schon deine Leine in die Hand geworfen? Glaub mir, ich weiß wie sehr das Menschen zerstören kann, doch ich schaffe es einfach nicht mich umzuerziehen. Das Laufen ist mein Leben, ich bin.. zu dumm? zu schwach? zu egoistisch? - ich weiß es nicht! In mir ist so viel Chaos, auch ohne dich, und diese Ausgeburt der Schulkantine schreit ständig nach neuen Opfern. Du bist der wichtigste Teil meines Lebens, nichtmals ein Teil, du BIST mein Leben. Nicht in einer kranken Form der Abhängigkeit, sondern in der Darstellung eines Ortes, an den ich immer kommen konnte. Am liebsten würde ich alles rückgängig machen, das Telefon nehmen und dich mit rauschenden Wasserfällen bitten zurückzukommen, doch ich weiß genau, dass es nichts bringen würde.

Wir haben so vieles geschafft, du hast so vieles geschafft. Ja, wenn ich drüber nachdenke warst es stehst nur du. Du hast Sachen beendet, du hast dein Leben von neu begonnen, du hast um mich gekämpft wie ein Bär. Und ich laufe, sobald es zu viel wird. Weißt du, ich kann vieles tragen, mehr als der Großteil der menschlichen Rasse, doch all das geht nur, solange es nicht mich betrifft. Mein Leben ist ein Heuhaufen, gefährlich nahe aufgebaut am Kopfende des schnarchenden Bauern. Zwischenmenschliche Kontakte überfordern mich! Auch wenn ich dich nun um Verzeihung bitten würde und auch wenn wir wieder eins wären, ich würde es dennoch wieder kaputtmachen.

Weißt du, als das alles war.. es war zu viel. Ich habe gesehen wie du dein Leben meisterst, wie du die Sachen mit Leichtigkeit überwindest, du hast es mir fast aufgebunden - jedoch habe ich den Faden genommen und umwickelt, es war also meine freie Entscheidung und ich wollte es so. Das sind genau die Punkte, die ich nicht vertrage, die alles in mir zerreißen und die Menschen in meinem kranken Prozessor Überhand nehmen lassen. Ich habe danach nicht mit dir geschrieben, es tut mir leid, aber du wirst es niemals erfahren, wer möchte schon eine Freundin, die nichtmals eine zu sein scheint? Keiner! Niemand! Zumindest mich nicht.
Es war zu viel, es hat so vieles aufgerissen und das Einzige, dass ich mir gewünscht hätte, dass es hätte entschärfen können, wäre deine ursprüngliche Art gewesen. Die kämpferische Art, die liebevolle Art. Doch du bist kalt geworden - mir gegenüber. Ich kann das verstehen und ich weiß auch warum das so ist, aber wenn man so deutlich sieht was für ein Monster, welch abgrundtief scheußliche Kreatur man im Dunkeln zu sein scheint, dann dachte ich du würdest es merken, dachte du würdest dich überwinden können.
Ich habe so viele Fehler gemacht und auch ich habe mich verändert, einfach da es so viel anzugehen ging und die Belastungen zu tragen sein mussten. Wenn du mir sagst die Zeit ohne mich war ok, nicht schön aber ok, wie denkst du fühlt sich das noch soetwas an? Wenn du mir sagst du weißt nicht ob du es sehen kannst, wie denkst du wirkt sich das aus? Wenn du dich über mich lächerlich machst, was denkst du wie tief das bohrt? Ich weiß, die Schreibsprache ist ein Austausch von Missverständnissen, aber das sind keine, nein, und ich glaube dir nicht mehr, nein. Ich bin nicht dumm, zumindest nicht wenn es um soetwas geht, und ich weiß es. Mir hat noch nie jemand so weh getan, auch wenn es wahrscheinlich nur der Gegenschlag für mein versammeltes Unzulängnis war. Ich möchte dich wieder, möchte uns wieder, doch dieser Abschied war für immer. Von der schönsten Zeit der Welt, einfach so. Ich denk an dich. <3

 

Anm. der Red.: Jammertexte entsprechen der Wahrnehmung des Momentes und sind nicht auf die tatsächlichen Ansichten des Verfassers zurückzuführen.

2.8.08 12:46


Blog Nummer 1192 - so oder so ähnlich. Es ist schon erstaunlich wie viele Ansammelplätze uninteressanten Mülls ich mir bereits kreirt habe und keiner davon hatte eine lange Lebensdauer. Naja, was will man von einem Menschen erwarten, der Kontinuität bisher nur verschiedensten Illustrierten zu Angesicht bekam? Ach, da fällt mir gerade auf dass ich keine Magazine lese - wie schade aber auch!

Neuer Versuch also, ja. Ich glaube dieser Blog wird Willfried heißen, vielleicht auch Hubertus oder Karl-Mannfred, irgendwas dazwischen eventuell, Hauptsache er ist dort. Er, der virtuelle Schandplatz für all das, dass den Wahnsinn auslöst. Frei zugänglich der breiten, von unzähligen voll Selbstmitleid durchnässten Pixeln, gebeutelten Masse. Eigentlich finde ich die Idee nicht so gut, aber ist ein Teil des Konzepts. Ich spiele gerne Seelenmülleimer und auch wenn sich dafür heutztage jeder einen Raum im Web/denNachbar/den Gärtner/den Grundschullehrer/den Vorsiten des ortansässigen Sportvereins/den Bäcker an der Straßenecke oder oder schnappt, geb ich es nicht auf, dass ich was um knobeln bekomme. Fairer Preis: Biete unkompetente Beratung, verlange Unterhosen in Bärchenoptik mit Plüscheeingriff. So, das wäre gesagt!

Um mal von all dem wegzukommen, mit dem ich hier nun krapfhaft versuche stark, kühl und unnahbar zu wirken, gibt es auch persönliche Gründe. Ich weiß, dass dies ein reines Selbstgesrpäch wird, aber dennoch brauche ich einen Ansprechpartner für meine weltbewegenden Lektüren, welche angereichter voll Stuhlgang und mutivativer Verwarlosung sein könnte. Ich nenne es, DU! Du bist gar nicht existent, aber das ist ok, Hauptsache Du bist da.

Ich vermute mal, dass es nicht viele Menschen gibt wie mich. Die meisten werden Probleme haben, werden an ihnen zerbrechen und doch weiteriehen, werden sie verstehen und lösen, werden sie überwinden. Ich bin nicht so, ich war niemals so. Eigentlich kann man sein, dass "ich" gar nicht existiere. Meine Persönlichkeit setzt sich aus einer Anhäufung psychischer Störungen zusammen, die es auf schier einmalige Art und Weise geschafft haben jedes Restbisschen Verstand, dass evtl. einst noch in den leeren Windungen meines Denktracktes vorhanden war, zu vernichten. Ich kam noch nie mit mir klar, so weit ich mich erinnern kann gab es immer etwas, dass bei mir anders war, nicht der sozialen Norm entsprechend.
Ich gebe nicht viel auf die allgemeine Norm, sie ist ein Richtwert und durch das Einhalten dieser kann man sich den Alltag unkomplizierter gestalten, doch sind die einfachsten Lösungen nicht immer die Besten. Für mich ist die Norm der Wert, in dem man sich wohlfühlt. Aber dieser war nie vorhanden. Immerschon war ich ein Freak. Das klingt mitleidserregend, aber das ist es nicht, es ist ok. Man kann sich mit vielem abfinden und dieser Punkt gehörte bereits früh zu einer dieser Sache, mit denen man sich nicht abfinden musste, sondern die zum persönlichen Selbstbild dazugehörten und empfangen wurden.

Ich weiß, dass jeder auf seine Art und Weise anders ist, doch anders sein ist nichts schlimmes. Das macht uns besonders, das macht uns zu dem was wir sind und auch wenn uns Sachen stören, so sind sie für andere evtl. der Streusel, der zum perfekten Bild gehörte. Doch was ist, wenn einen die eigenen Macken zerfressen? Wenn man nicht damit umzugehen weiß, da Eine perfekt in die Andere greift, der gesamte Prozess der Gedanken ein einiges infektiöses Gebilde an Frunkeln ist, die man nichtmals dem schlimmsten Feind an den Arsch wünscht?
Ich bin anders, schrecklich anders. Nicht anders im positiven Sinne, es ist diese Art von anders, die dich an jeder Ecke deines Seins an Grenzen stößen lässt, die dich bei jedem Schritt einen Wimpernschlag schrumpfen lässt, die dein Innerstes wie tonnenschweres Blei zu befüllen scheint und du wünschst dir nur eins: Lass mich normal sein! Es gibt kaum Leute, die dies nachvollziehen können und auch ich müsste mich damit abfinden, doch das kann ich nicht. Wenn du bei jedem Atemzug merkst wie verquer du bist, wenn du bei jedem Anheben deiner Füße merkst wie andere bereits drei Schritte gegangen sind, wenn du in jedem Augenblick der Stille zu zerbersten scheinst und bloß durch den puren Druck deiner anderen Symptome zusammengehalten wirst - dann, ja dann.. wirst du dich zu fragen beginnen: Wieso? Eine Frage, die oftmals so unwichtig ist, dass sie nichtmals den Atemzug wert ist, den man benötigen würde um sie auch nur zu denken, in diesem Falle jedoch alles zerstören kann.
Jeden Tag stehst du auf und wirst von neuen Ängsten, Gedanken, Zwängen, Flüstern überrascht, die in einer nie enden wollenden Kette der Zerstörung langsam aber sicher jeglichen Verbliebenen Rest deiner Existenz an sich zu reißen versuchen und egal was du auch machst und tust, du hast die Gewissheit niemals einfach eine Sekunde unebeschwert durch dein Leben laufen zu dürfen. Egal wie sehr du dich anstrengst, egal was du probierst - denn egal was du angehst, stehts wird sich ein anderes Monster davor stellen. Und du weißt nicht den Grund.

Schau dich um: Missbauchsopfer, Gemobbte, Gefolterte, Unterdrückte, Vernachlässigte - all sie kommen klar, sie regeln ihr Leben, gehen weiter, schaffen ihre Ziele und du? Du stehst dort, rennst mit ironischer Leichtigkeit gegen die dicksten Betonwände und beim Versuch umzudrehen sind durch die Splitter bereits neue Wälle errichtet und dort ist einfach nichts. Keine Antwort. Keine Erklärung. Nichts. Einfach nichts, dass dir nicht sagen könnte, dass du nicht einfach nur zu dumm bist, dass dir nicht verdeutlicht, dass auch du es schaffen kannst, dass auch du deine Berechtigung hast, es gibt nichts, dass dir die Last deiner selbstauferlegten Bürde nehmen kann - und du kannst es nicht tragen, niemand kann dir helfen, nichtmals du und das alles ohne einen Grund. Du bist einfach nichts.

Ich weiß, dass Du das niemals verstehen wirst, denn auch Du hast Deine Geschichte, auch Du hast Deine Gründe, auch Du hast einen starken Willen. Doch wenn man stehst nur fällt, dann wird der Boden zu deinem treusten Freund. Nein, danke, ich möchte nicht mehr aufstehen, ich möchte nur verstehen, mehr nicht. Ich werde niemals normal sein und mit spätestens 30 werde ich unter der Brücke schlafen, doch ich möchte wissen warum, ich möchte wissen, dass ich nicht so schwach bin wie ich scheine, doch ich schätze die Erklärung wird der finale Stoß werden.

Nun sitze ich hier: Alleine, keine Freunde, keine Ausbildung, keine Menschen mehr, Kettenraucher, Alkoholliebhaber und Waschlappen, jede erneute Chance trete ich mit Füßen - aus Angst. Niemand dort der helfen kann, niemand dort der all den Irrsinn tragen kann und ich will ihn nicht mehr halten. Mitleidiges Gewäsch, aber man kann Menschen auch übereilig berwerten. Ich werde viel nachdenken müssen, hoffentlich bleibe ich diesmal bei Dir.

Habe fertig.

2.8.08 06:33






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